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Von der Kündigung bis zur Übergabe

Umzug planen: der Zeitplan

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Ein Umzugsplan entsteht rückwärts. Zuerst steht der Tag der Schlüsselübergabe fest, alles andere ergibt sich daraus. Wer von heute an vorwärts plant, bemerkt meist zu spät, dass die Kündigungsfrist längst angelaufen sein müsste.

Der Übergabetermin ist der Anker

Legen Sie zuerst den Tag fest, an dem die alte Wohnung zurückgehen soll. Von diesem Datum zählen Sie rückwärts: drei Monate für die Kündigung, zehn bis vierzehn Tage für die Halteverbotszone, vier bis sechs Wochen Vorlauf für ein Team in der Hochsaison. Erst wenn diese Ketten nebeneinander liegen, sehen Sie, ob Ihr Wunschdatum überhaupt zu halten ist.

Zwischen der Rückgabe der alten und dem Einzug in die neue Wohnung sollten mindestens zwei Tage Puffer liegen. Das kostet anteilig Miete und erspart Ihnen den Fall, dass Sie vormittags ausräumen und nachmittags streichen müssten, weil der Vermieter um sechzehn Uhr an der Tür steht.

Die Kündigungsfrist im Klartext

Für Mieter gilt eine Frist von drei Monaten, unabhängig davon, wie lange Sie in der Wohnung gewohnt haben. Die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen, dann endet das Mietverhältnis mit Ablauf des übernächsten Monats. Geht das Schreiben erst am fünften März ein, läuft der Vertrag bis zum 30. Juni statt bis zum 31. Mai.

Zwei Punkte werden regelmäßig übersehen. Erstens zählt der Zugang beim Vermieter, nicht das Datum auf dem Briefkopf: Ein Einwurf-Einschreiben oder die persönliche Übergabe mit Zeugen schafft den Nachweis. Zweitens muss das Schreiben von allen Personen unterzeichnet sein, die im Mietvertrag stehen. Fehlt eine Unterschrift, ist die Kündigung angreifbar.

Ob ein Samstag bei der Frist als Werktag mitzählt, wird nicht einheitlich beurteilt. Zwei Tage Sicherheitsabstand kosten nichts und ersparen die Diskussion. Bei Zeitmietverträgen und vereinbartem Kündigungsverzicht gelten abweichende Regeln, die im Vertrag stehen. Prüfen lassen sollten Sie das beim Berliner Mieterverein oder bei einer Anwältin, wir geben dazu keine Rechtsauskunft.

Doppelmiete rechnen statt fürchten

Fast jeder Umzug hat einen Monat, in dem zwei Mieten laufen. Das ist kein Planungsfehler, sondern meist die günstigere Variante. Rechnen Sie nach: Bei 780 Euro warm kostet der Überschneidungsmonat eben diese 780 Euro. Alles an einem einzigen Tag zu erledigen, samt Renovierung unter Zeitdruck und Speditionstermin am Monatsletzten, ist selten billiger und geht deutlich häufiger schief.

Wer die Überschneidung ganz vermeiden will, braucht einen Nachmieter oder eine Aufhebungsvereinbarung. Darauf muss der Vermieter sich nicht einlassen. Manche Hausverwaltungen akzeptieren drei zumutbare Nachmieter, verlangen für die Prüfung aber Zeit. Kalkulieren Sie dafür sechs Wochen, sonst hängt der ganze Termin an einer Zusage, die nicht kommt.

Vier Termine tragen den ganzen Plan

Vieles lässt sich verschieben, diese vier Punkte nicht:

  • Kündigung: drei Monate vor der Rückgabe, nachweisbar zugestellt
  • Auftrag an die Umzugsfirma: vier bis sechs Wochen vorher, bei Terminen am Monatsende eher acht
  • Halteverbotszone: zehn bis vierzehn Tage vorher beantragt, die Schilder stehen vier volle Werktage vor dem Umzug
  • Bürgeramtstermin: buchen, sobald das Datum steht, denn die Anmeldung ist binnen zwei Wochen nach Einzug fällig

Wochentag und Monatsphase

Die Nachfrage verteilt sich in Berlin sehr ungleich. Auf den letzten drei Werktagen eines Monats liegt ein Vielfaches der Aufträge der Monatsmitte, weil Mietverhältnisse fast immer zum Monatsletzten enden. Wer den Umzug auf den zwölften oder siebzehnten legt, hat mehr Auswahl beim Team, eine schneller genehmigte Zone und häufiger einen frühen Beginn.

Zwei Zeiträume sind zusätzlich eng: die Wochen um den Semesterstart und die Berliner Sommerferien. Wer dann umzieht, vergibt den Auftrag besser früher. Umgekehrt sind Januar und Februar die ruhigsten Wochen des Jahres, dort ist auch kurzfristig noch etwas frei.

Wenn die neue Wohnung später frei wird

Manchmal passt die Kette nicht: Die alte Wohnung ist zum Monatsletzten weg, die neue erst zwei Wochen später beziehbar. Dann geht der Hausrat zwischenzeitlich ins Lager, und Sie nehmen nur mit, was Sie in dieser Zeit wirklich brauchen. Wir holen ab, lagern ein und liefern zum vereinbarten Tag aus.

Diese Zwischenlösung kostet weniger, als viele annehmen, verlangt aber eine Entscheidung vorab: Was geht ins Lager, was fährt in die Zwischenunterkunft? Sortieren Sie das beim Packen. Kartons, die unterwegs noch einmal geöffnet und umgepackt werden, sind der teuerste Teil einer solchen Lösung.

Passt dazu

Terminfragen, die täglich kommen

„Wir haben noch kein festes Übergabedatum, können wir trotzdem buchen?"

Ja. Wir halten den Tag vor, solange er offen ist, und schreiben ihn fest, sobald Ihr Termin steht. Für die Halteverbotszone brauchen wir das Datum spätestens vierzehn Tage vorher, sonst wird die Genehmigung knapp.

„Reicht eine Woche Vorlauf?"

In der Monatsmitte häufig ja, am Monatsende selten. Ohne Zone klappt es dann meist nur, wenn vor dem Haus ohnehin Platz ist. Fragen Sie kurz an, wir sagen Ihnen offen, ob der Tag noch machbar ist.

„Können wir auf zwei Tage aufteilen?"

Das machen wir regelmäßig: an Tag eins Keller, Küche und alles Gepackte, an Tag zwei Betten, Schränke und der Rest. Sinnvoll ist die Aufteilung, wenn beide Wohnungen bereits zugänglich sind. Sonst zahlen Sie eine zweite Anfahrt ohne Gegenwert.

„Was, wenn die neue Wohnung am Umzugstag noch nicht gestrichen ist?"

Wir liefern trotzdem, stellen die Möbel aber in die Raummitte und decken sie ab. Das kostet Sie später einen zweiten Handgriff. Zeichnet sich der Rückstand früh ab, verschieben Sie lieber um zwei Tage, das ist günstiger als doppeltes Rücken.

Was auch der beste Zeitplan nicht rettet

Drei Dinge lassen sich durch Planung nicht ausgleichen, deshalb sprechen wir sie vorher an.

  • Eine Zone, deren Schilder erst zwei Tage vor dem Termin aufgestellt werden: Wer vorher dort geparkt hat, darf stehen bleiben.
  • Ein Aufzug, der ausgerechnet am Umzugstag gewartet wird. Fragen Sie in der Hausverwaltung nach, bevor Sie das Datum festschreiben.
  • Ein Vermieter, der die Übergabe kurzfristig verschiebt. Dagegen hilft allein der Puffer zwischen den beiden Terminen.

Tritt einer dieser Fälle ein, planen wir mit Ihnen um, statt den Tag durchzuziehen und Ihnen Wartezeit in Rechnung zu stellen.

Fragen zu: Umzug planen: der Zeitplan

Wie früh sollte ich eine Umzugsfirma beauftragen?

Vier bis sechs Wochen vor dem Termin, für den letzten Werktag eines Monats eher acht. Kurzfristig geht oft noch etwas, dann bestimmt aber der Kalender die Uhrzeit und nicht Ihr Wunsch.

Kann ich kündigen, bevor ich eine neue Wohnung habe?

Rechtlich möglich, praktisch riskant. Auf dem Berliner Wohnungsmarkt dauert die Suche häufig länger als drei Monate. Sicherer ist es, erst den neuen Mietvertrag zu unterschreiben und danach zu kündigen, auch wenn dabei ein Überschneidungsmonat entsteht.

Was, wenn der Vermieter die Kündigung nicht bestätigt?

Eine Bestätigung ist keine Voraussetzung für die Wirksamkeit. Entscheidend ist der Nachweis des Zugangs. Bleibt die Antwort aus, haken Sie schriftlich nach und heben Sie den Einlieferungsbeleg auf, bis die Kaution zurück ist.

Lohnt sich ein Umzug unter der Woche?

Für die meisten ja. Von Dienstag bis Donnerstag ist der Berliner Verkehr besser planbar als am Freitag, Teams sind eher frei, und die Bezirksämter bearbeiten Anträge zügiger als kurz vor dem Wochenende.

Was soll wohin?

Nennen Sie Start, Ziel, Wohnungsgröße und Wunschtermin. Daraus ergibt sich die Fahrstrecke und daraus die erste Einschätzung. Fest wird der Betrag mit der Besichtigung und ändert sich danach nicht mehr.