Rechenweg statt Bauchgefühl
Wie viele Umzugskartons?
Als Richtwert gilt: etwa ein Umzugskarton pro Quadratmeter Wohnfläche bei normalem Hausstand. Sechzig Quadratmeter bedeuten also rund sechzig Kartons. Warum die Spanne nach oben und unten trotzdem groß ist und wie Sie genauer rechnen, steht hier.
Zwei Rechenwege, die sich gegenseitig prüfen
Der erste Weg geht über die Fläche: ein Karton je Quadratmeter, bei sehr voll gestellten Wohnungen bis zu 1,3 Kartons. Der zweite geht über die Personen: pro Erwachsenem etwa fünfundzwanzig bis dreißig Kartons, pro Kind fünfzehn bis zwanzig. Zwei Erwachsene auf achtzig Quadratmetern kommen also nach beiden Wegen auf fünfzig bis sechzig Stück, und diese Übereinstimmung ist das eigentliche Ergebnis.
Weichen die beiden Zahlen stark voneinander ab, sagt Ihnen das etwas über Ihre Wohnung. Viel Fläche und wenige Personen bedeutet meist große Möbel und wenige Kartons. Wenig Fläche und viele Personen bedeutet das Gegenteil, hier fahren oft mehr Kisten als bei einer doppelt so großen Wohnung.
Richtwerte nach Wohnungsgröße
Für die erste Bestellung reichen diese Zahlen, jeweils inklusive Küche und Bad:
- WG-Zimmer, etwa 18 Quadratmeter: 15 bis 20 Kartons
- 1-Zimmer-Wohnung bis 35 Quadratmeter: 25 bis 35 Kartons
- 2-Zimmer-Wohnung bis 60 Quadratmeter: 45 bis 60 Kartons
- 3-Zimmer-Wohnung bis 85 Quadratmeter: 65 bis 85 Kartons
- 4-Zimmer-Wohnung bis 110 Quadratmeter: 90 bis 120 Kartons
- Reihenhaus mit Keller: 130 Kartons aufwärts, je nach Kellerbestand
Was die Menge nach oben treibt
Vier Dinge sprengen jede Faustregel: eine große Buchsammlung, eine über Jahre gewachsene Küche, Hobbybedarf wie Werkzeug, Stoffe oder Sportausrüstung und ein voller Keller. Wer zweitausend Bücher besitzt, braucht dafür allein rund fünfzig Bücherkartons, denn in einen Karton passen etwa vierzig Bände.
Nach unten wirkt nur eines zuverlässig: aussortieren, bevor gepackt wird. Wer vier Wochen lang konsequent aussortiert, senkt die Kartonzahl spürbar. Der Vorteil ist doppelt, denn jede Kiste, die nicht gepackt wird, muss auch nicht getragen, gefahren und ausgepackt werden.
Vom Karton zum Kubikmeter
Für das Angebot zählt nicht die Stückzahl, sondern das Volumen. Ein Standardkarton misst grob sechzig mal dreiunddreißig mal vierunddreißig Zentimeter, das sind rund 0,07 Kubikmeter. Sechzig Kartons ergeben also etwa vier Kubikmeter, gestapelt gut eine Palettenfläche.
Der weit größere Teil des Volumens steckt in den Möbeln. Eine Zweizimmerwohnung liegt insgesamt meist bei zwanzig bis fünfundzwanzig Kubikmetern, davon entfallen nur vier bis fünf auf Kartons. Deshalb entscheidet die Möbelmenge über die Fahrzeuggröße, während die Kartonzahl vor allem die Packzeit bestimmt.
Kaufen oder mieten
Gekauft kostet ein Umzugskarton bei uns 2,30 Euro, gemietet einen Euro pro Woche. Bei sechzig Kartons und drei Wochen Nutzung stehen 138 Euro Kauf gegen 180 Euro Miete. Rein rechnerisch gewinnt der Kauf, sobald Sie die Kisten länger als zwei Wochen brauchen.
Trotzdem greifen viele zur Miete, und zwar aus einem guten Grund: Sie müssen die leeren Kartons nachher nicht loswerden. Sechzig gefaltete Kisten belegen einen halben Kellerverschlag oder wandern in die Papiertonne, die dafür meist zu klein ist. Wer die Kartons behalten will, kauft. Wer die Wohnung schnell frei haben möchte, mietet und stellt sie zur Abholung bereit.
Der häufigste Fehler
Fast alle bestellen zu wenig. Die Folge ist ein Abend vor dem Umzug, an dem der Rest in Müllsäcke und Wäschekörbe wandert, weil nichts mehr da ist. Diese Behälter lassen sich nicht stapeln, nicht beschriften und im Fahrzeug nicht sichern, sie kosten also am Umzugstag Zeit.
Bestellen Sie deshalb zehn Prozent mehr als berechnet. Übrig gebliebene Kartons nehmen wir bei der Miete zurück, gekaufte lassen sich flach gefaltet weitergeben. Beides ist einfacher, als am letzten Abend im Baumarkt zu stehen.
Passt dazu
- Umzugsmaterial: Kartons, Folie, Klebeband
- Richtig packen: Kartons, Geschirr, Technik
- Preisliste: Alle Sätze auf einen Blick
- Mini-Umzug: Ein Zimmer, zwei Leute
Welcher Kartontyp wofür
Drei Größen genügen für fast jeden Haushalt. Wer die richtige wählt, spart sich das Umpacken.
- Bücherkarton, rund 40 Liter
- Alles Schwere: Bücher, Ordner, Werkzeug, Konserven. Fasst etwa vierzig Bände und bleibt trotzdem tragbar.
- Standardkarton, rund 60 Liter
- Der Regelfall für Kleidung, Küchenutensilien, Spielzeug und Dekoration.
- Kleiderbox, rund 100 Liter
- Hängende Garderobe für etwa zwölf bis fünfzehn Bügel. Ersetzt drei Standardkartons und spart das Bügeln.
- Flaschenkarton mit Gitter
- Wein, Öl, Sirup. Die Trennstege verhindern, dass Glas gegen Glas schlägt.
- Bilder- und Spiegelkarton
- Rahmen, Glasplatten und Bildschirme, die hochkant transportiert werden müssen.
- Kellerkiste aus Kunststoff
- Feuchte Kellerräume, in denen Pappe innerhalb weniger Tage weich wird.
Fragen zur Bestellmenge
„Wie schnell können Sie liefern?"
In Berlin in der Regel innerhalb von zwei Werktagen, bei laufenden Aufträgen im Bezirk auch am nächsten Tag. Wir stellen die Kartons flach gefaltet in den Flur, aufgebaut brauchen sie zu viel Platz.
„Was passiert mit Kartons, die wir nicht brauchen?"
Gemietete nehmen wir unberührt zurück und berechnen sie nicht. Gekaufte behalten Sie. Deshalb sagen wir bei Unsicherheit lieber: erst mieten, und wenn die Wohnung länger im Umbau bleibt, rechnen wir um.
„Reicht die Menge auch für den Keller?"
Meist nicht. Der Keller wird fast immer zu klein geschätzt. Zeigen Sie ihn beim Besichtigungstermin, dann kalkulieren wir Kartons und Volumen gleich mit, statt am Umzugstag nachzubestellen.
Fragen zu: Wie viele Umzugskartons?
Wie viele Kartons passen in einen Transporter?
In einen Kastenwagen mit zwölf Kubikmetern passen rein rechnerisch etwa 170 Kartons, praktisch deutlich weniger, weil Möbel den Raum teilen. Für eine Zweizimmerwohnung mit sechzig Kisten und Möbeln planen wir daher einen 3,5-Tonner mit etwa zwanzig Kubikmetern.
Brauche ich Kartons für die Kleidung?
Für gefaltete Kleidung ja, für hängende Sachen sind Kleiderboxen die bessere Wahl. Eine Box ersetzt etwa drei Kartons und erspart Ihnen einen ganzen Abend am Bügelbrett.
Wie viele Kartons schafft ein Team pro Stunde?
Beim Tragen aus dem zweiten Stock ohne Aufzug rechnen wir mit rund fünfundzwanzig bis vierzig Kartons je Person und Stunde, abhängig vom Weg zum Fahrzeug. Mit Aufzug und kurzer Strecke ist es deutlich mehr, deshalb wirkt sich die Halteverbotszone so stark auf die Dauer aus.
Soll ich Kartons vorher aufbauen?
Bauen Sie nur so viele auf, wie Sie am selben Abend füllen. Aufgebaute leere Kisten stehen sonst wochenlang im Weg und verlieren durch Umstellen ihre Form.
Weitere Ratgeber
Was soll wohin?
Nennen Sie Start, Ziel, Wohnungsgröße und Wunschtermin. Daraus ergibt sich die Fahrstrecke und daraus die erste Einschätzung. Fest wird der Betrag mit der Besichtigung und ändert sich danach nicht mehr.